Dienstag, 7. Juli 2015

Ausstellung Bibel + Bilder










Barbara Baumeister, Alles hat seine Zeit  |  Marion Müller-Schroll, ProphetInnen




Marlies Blauth, Engel



Arbeiten von Ilse Petry-Ambrosius








Am Sonntag, dem 12. Juli 2015, eröffnen wir eine Ausstellung zum Rahmenthema Bild und Bibel.

Vier Künstlerinnen (Barbara Baumeister, Marlies Blauth, Marion Müller-Schroll und Ilse Petry-Ambrosius) zeigen mit ihren Arbeiten einen kleinen Ausschnitt des großen Themas.
Bemerkenswert ist, dass alle Vier – ohne jede Absprache – im Schwarz-Weiß-Bereich gearbeitet haben, so, als sollten die BetrachterInnen die Bilder und Plastiken jeweils mit "ihren" Farben füllen. Man könnte es als Pendant zum Lesen, insbesondere zum Lesen in der Bibel interpretieren: Alles muss erst wahrgenommen – aufgenommen und verarbeitet – werden. Nur so kann man sich der fast grenzenlosen Vielfalt  im "Buch der Bücher" nähern. 
Und jede Epoche hat, ebenfalls, ihre "Farben", setzt andere Akzente.
Vielleicht ist es auch deshalb richtig und wichtig, zurückgenommene Farben zu wählen, um für die Nuancen zwischen Schwarz und Weiß zu sensibilisieren – kontrapunktisch zur gegenwärtigen Stimmung in der Gesellschaft, die, so scheint es, wenig empfänglich ist für Zwischentöne.

Ausstellungsdauer: Bis 30.8.2015

Zur Eröffnung spricht Michael Füsgen.


Geöffnet ist die Ausstellung werktags 9 – 12 Uhr. Sonntags um 10 Uhr finden die Gottesdienste statt, gegen 11.15 Uhr im Anschluss kann die Ausstellung dann ebenfalls besichtigt werden. Oder nach Vereinbarung unter 02159 50442.







Barbara Baumeister – Alles hat seine Zeit 
(Altes Testament, Buch Kohelet 3, 1 – 8)

Die Bedeutung von „Bild und Bibel“ hat sich ja seit Publizierung der ersten bebilderten Bibel sehr gewandelt. Während früher die Bebilderung das „Kopfkino“ anregte, ist es mir heute – in Zeiten der Reizüberflutung – ein Anliegen, durch ein „stilles“ Bild zum Innehalten aufzufordern, nicht abbildend darzustellen, sondern die Essenz des Textes zu erfassen.
Der Textinhalt wird durch Hell-Dunkel-Schichtungen widergespiegelt, die einander bedingen und durchdringen, miteinander korrespondieren und schlussendlich ein ureigenes „Gewebe“ bilden (das Gewebe der im Text beschriebenen Zeit – in gleicher Weise endlich und unendlich.)
Der Text steht somit auch nicht außerhalb des Bildes, sondern ist gleichzeitig Teil der Komposition und wird mittels Siebdruck aufs Bild gebracht. Text und Malerei verbinden sich so zu einer stimmigen Gesamtkomposition.


Barbara Baumeister

1980 – 89      tätig als Diplom-Sozialpädagogin
seit 1990       intensive Beschäftigung mit Bildender Kunst
1990 – 92      Fortbildung an der Schule für Kunst und Theater, Neuss
1991              Canon-Stipendium für den Bereich Plastik
1991 – 97      Akademie für Bildende Kunst, Trier
seit 1994       Einzel- und Gruppenausstellungen




Marlies Blauth – Psalmen (und eine Engelszeichnung). Diese uralten Gebete sind uns fremd und vertraut zugleich. Mancher kennt sie (noch), erinnert sich vielleicht. So kann man auf meinen Tafeln, die jeweils an ein aufgeschlagenes Buch erinnern, oft nur Fragmente lesen, ähnlich wie man solche Bruchstücke aus der Erinnerung „hervorholt“.
Früher oder später erlebt jeder Mensch, an was für seidenen Fäden das Leben hängen kann. Vieles von dem, was in den Psalmen zu lesen ist, betrifft uns noch ganz genauso wie unsere Vor-Vorfahren.
Ich habe die Psalmen nicht ihrem jeweiligen Inhalt entsprechend gestaltet, sondern habe sie schlicht mit der Hand abgeschrieben: mit Bleistift, Kugelschreiber, Tusche; ich habe sie in Papier geritzt, mit dem Pinsel aufgetragen, in nasse Farbe gefurcht, also bewusst einfachste Materialien benutzt, die vielleicht auch „in der Not“ verfügbar sind. Ästhetisch habe ich ein „Sowohl-als-Auch“ gewählt: Einerseits wirkt die Materialität fast wie Stein, andererseits sind die Einwirkungen der Zeit deutlich, Beschädigungen, Vergilbungen deuten uralte Buchseiten an, auf die man vielleicht nach langer Zeit wieder einmal schaut. Ich habe versucht, das Gegen- und Miteinander von Beständigkeit und Veränderung ästhetisch zu verdeutlichen.
Last noch least: Das Schreiben als Prozess war durchaus „meditativ“, gerade in einer Zeit, in der das Handschriftliche immer weiter an Bedeutung verliert.


Marlies Blauth

1957 in Dortmund geboren
Studium bei Anna Oppermann und Bazon Brock
1981 Staatsexamen (Kunst/ Biologie), 1988 Diplom (Kommunikationsdesign)
1989 – 1993 wissenschaftliche Mitarbeit an der Universität Wuppertal
seit 1988 Einzel- und Gruppenausstellungen
seit 2006 Veröffentlichungen von Lyrik und Kurzprosa



Marion Müller-Schroll – ProphetInnen: Elia – Jeremia – Jesaja – Hannah. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht unverkennbar der Mensch. Mit seiner enormen Bandbreite an innerer und äußerer Individualität, seiner Ethik, die nichts zwischen „gut und böse“ auslässt, und seinen Reflexionen der Welt ist er für mich unerschöpflich in der Darstellung.
Jedoch sind die Charaktere meiner Skulpturen selten einer gängigen, vermeintlichen Norm entsprechend. Meist stehen sie am Rande der Gesellschaft. Bedingt durch innerliche Prozesse, ihre Weltanschauung, ihre eigenen Erlebnisse oder ihr äußeres Erscheinungsbild.
Sie alle vereint ihr „Anderssein“.
Sie sind stark in ihren Überzeugungen, zuweilen geschwächt durch Erlebtes, sie streben nach persönlichem Glück und Toleranz, sie sind Kämpfer in ihrer ganz persönlichen Lebensgeschichte. Sie sind Individualisten, die es sich herausnehmen, ihre Einzigartigkeit zuweilen auch visuell zu demonstrieren.


Marion Müller-Schroll

1963 geb. in Düsseldorf
1983 Abitur am Marie-Curie-Gymnasium Düsseldorf
1983-1985 Ausbildung zur Werbegrafikerin
seit 1986 Tätigkeit als Freischaffende Grafikerin und Künstlerin
2009 Steinbildhauerei bei Martine Andernach (Paris) an der Europäischen Akademie für Bildende Künste/Trier
2010 und 2011 Holzbildhauerei bei Thomas Schwarz (Berlin) an der Europäischen Akademie für Bildende Künste/Trier



Ilse Petry-Ambrosius – Bilder zur Bibel.

Zufällig ist Ilse Petry-Ambrosius an die schwarzen Kästchen gelangt. Hier zeigt sie insgesamt 24 dieser Kästchen.
Gedanken zum Thema "Bild und Bibel" hatte sie sich schon länger gemacht, und dann kam die Idee, wie sie ihre Zeichnungen präsentieren könnte. Schon immer zeichnet sie gerne auf Japanpapier, weil es weich und geschmeidig ist. Früher benutzte sie gerne den Federhalter, heute zeichnet sie mit Filzstiften in verschiedenen Stärken. Mit weißer Acrylfarbe werden die Zeichnungen in den dunklen Kästchen zum Leuchten gebracht.
Ihre Themen sind u. a. christliche Symbole wie Kreuze, Engel oder Fische (z. B. Fischfang am See Genezareth). Weitere Titel: „Der Baum der Erkenntnis, Fisch, Krone der Schöpfung“, „Dreieinigkeit“ oder „Haus Gottes“. Fische und Friedenstauben zeichnet sie in der Manier des Malers und Grafikers M. C. Escher. Es sind sogenannte Vexierbilder. Die weißen und die schwarzen Formen sind so komponiert, dass es keine Zwischenräume mehr gibt. Man sieht sie unterschiedlich, je nachdem ob das Auge sich auf weiß oder schwarz konzentriert. Das Kästchen „Das Auge Gottes“ zeigt im Hintergrund einen sonnenstrahlenden, leuchtenden Kristall. Die gebogenen Linien, die „das Auge Gottes“ bilden, geben der Komposition Halt und Geborgenheit. Weitere Linien weisen über den Bildrand hinaus und wirken dadurch global und weltumspannend.
Unter dem Auge findet man das christliche Fischsymbol mit den griechischen Buchstaben: ICQUS (ICHTHYS) = Jesus Christus Gottes Sohn Retter. Von der Seite schwebt eine Figur dem Licht entgegen. Es ist kein Engel, sondern ein befreit wirkender Mensch. Ein Ausdruck für Glück.



Ilse Petry-Ambrosius

1939 geboren in Mainz
1957 – 61 Studium an der Landeskunstschule Mainz, Staatsexamen Grafik-Design
1961 – 63 Grafikerin in einer amerikanischen Werbeagentur in Frankfurt/M
1963 Studium an der Akademie für bildende Künste, Wien, Fachrichtung Malerei
1964 – 74 freie Mitarbeit beim ZDF in Mainz
1987 – 92 wohnhaft in Rom, seit 1974 freie künstlerische Tätigkeit in Meerbusch

Einzel- und Gruppenausstellungen








Barbara Baumeister



Marlies Blauth



Marion Müller-Schroll



 Ilse Petry-Ambrosius











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